2:54
Schwarze Schwestern
Worauf man sich 2012 freuen kann? Zum Beispiel auf ein Album der beiden Schwestern Hannah und Colette Thurlow. „Scarlet“, ihre erste EP unter dem Namen 2:54, ist jedenfalls mehr als ein vages Versprechen, dass 2012 ihr Jahr werden könnte.
So langsam ist die Retromania in der Popkultur auch in den letzten Ecken angelangt. 2:54 beackern das Indie-Erbe der späten 80er und frühen 90er Jahre. Die Trägheit ihrer Songs ist dabei nur Fassade, denn wenn die beiden Schwestern wollen, können sie richtig zupacken und schichten Gitrarrenwand auf Gitarrenwand. Vergleiche mit The xx oder The Big Pink führen mehr in die Irre, als die Musik der beiden Schwestern zu erschließen.
Manchmal hat man den Eindruck als wären die beiden Thurlows die unehelichen Kinder von Chrissie Hynde, die sich jetzt mit gehörig schlechter Laune ihren Weg ins Rampenlicht erlärmen. Hannah und Colette beschränken sich aufs Wesentliche: Gitarre, Bass, Schlagzeug, ein düsterer Synthie und fertig ist das Wave-Update für die 10er Jahre. Ein Album der beiden ist so gut wie fertig, unterstützt wurden sie von Nick Cave- und PJ Harvey-Produzent Rob Ellis. Passt!
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