Deutsches Schauspielhaus
GESCHICHTE DES DEUTSCHEN SCHAUSPIELHAUSES - KURZFASSUNG
Das Deutsche Schauspielhaus in Hamburg entstand vor hundert Jahren aus einer privaten Initiative Hamburger Bürger, die für ihre Stadt ein anspruchsvolles Sprechtheater planten. Es wurde von den Wiener Architekten Fellner und Helmer im neobarocken Stil erbaut und am 15. September 1900 mit Goethes "Iphigenie auf Tauris" eröffnet. Der Zuschauerraum, dessen ursprüngliche Gestalt 1984 wiederhergestellt wurde, umfaßte damals über 1800 Plätze.
In der Direktionszeit des ersten Intendanten Alfred Freiherr von Berger aus Wien wurde das Repertoire im wesentlichen durch Shakespeare und die deutsche Klassik sowie durch die besondere Pflege der Dramen Hebbels bestimmt.
Die nachfolgenden Intendanten führten das Haus durch die politisch bewegte Zeit der ersten Jahrhunderthälfte bis zur Wiedereröffnung nach dem Zweiten Weltkrieg.
Zu besonderem Ruhm gelangte das Deutsche Schauspielhaus unter der Intendanz von Gustaf Gründgens, der es von 1955 bis 1963 leitete. Als Intendant, Regisseur und Schauspieler setzte er neue Maßstäbe, seine Faust-Inszenierung ging als Hamburger Faust in die Geschichte ein.
Unter der Leitung Ivan Nagels, der in den siebziger Jahren u. a. die Regisseure Luc Bondy, Wilfried Minks, Claus Peymann, Peter Zadek und Jérome Savary ans Deutsche Schauspielhaus holte, öffnete sich das Haus verstärkt neuen Theaterformen und damit einem jüngeren Publikum. Ein Höhepunkt von Nagels Intendanz und bundesweit einer der größten Theaterskandale der Nachkriegszeit wurde 1976 Peter Zadeks "Othello"-Inszenierung mit Ulrich Wildgruber in der Titelrolle.
Während der Intendanz von Frank Baumbauer (1993 - 2000) arbeiteten Regisseure wie Christoph Marthaler, Frank Castorf, Christoph Schlingensief, Wilfried Minks, Jossi Wieler, Matthias Hartmann, Stefan Bachmann regelmäßig am Haus. Zahlreiche zeitgenössische Werke, darunter Stücke von Elfriede Jelinek und Rainald Goetz, wurden hier uraufgeführt. Viermal wählten führende Theaterkritiker aus Österreich, der Schweiz und der Bundesrepublik das Deutsche Schauspielhaus in den neunziger Jahren und zuletzt für die Spielzeit 2004/2005 unter der Intendanz von Tom Stromberg zum Theater des Jahres.
Mit Beginn der Spielzeit 2005/2006 übernahm Friedrich Schirmer die Leitung des Deutschen Schauspielhauses. Schirmer, der zuvor eine äußerst erfolgreiche zwölfjährige Intendanz am Schauspiel Staatstheater Stuttgart beenden konnte, gilt in der deutschen Theaterlandschaft als erfolgreicher Talentscout für junge Regietalente.




